Hier ist der
Raum für Kommentare und Besprechungen

Brücke
zur Zukunft
Jannes Tashiro
Allmende
Verlag , 67 Seiten
ISBN
978-3-9810499-9-2
Nach
den Bucherscheinungen der „Klimaserie“ und „Zeitenwende“ ist nun
vorliegender Band erhältlich.
Unterteilt ist die „Überlebenshilfe“ in vier Kapitel:
„Gegenwart“,
„Rückblick“, „der Anfang“, „Auflösung und Kampf“ und "Kollektives
Handeln und Verweigern"(Anmerkung des Verfassers)
Kommentar von Hartmut Reliwette
Wäre Tashiro vor
2010 Jahren
mit seinen Thesen an die Menschheit herangetreten, hätte man ihn mit
Sicherheit neben Jesus von Nazareth ans Kreuz geschlagen. Er spuckt den
Machtgierigen dieser Welt kräftig in die Suppe, wenn er ihnen „falsches
Jagen“ vorhält und somit das subjektive „Beutemachen“. Dabei will der
Autor lediglich, dass die Menschen sich gegenseitig von Angst befreien
– auch von Versagensängsten. Zitat: “Wie dagegen wird die
wirtschaftliche Solidarität aussehen, damit wir unseren Tunnelblick der
Egoisten und Jäger verlassen können?“
Der Autor kommt
darauf konkret zu
sprechen. Das Patentamt kann jedenfalls dann schon einmal dichtmachen,
denn alle Erfindungen sollen allen zugute kommen.
„Ich nehme dir
Angst, und du nimmst
mir Angst“ – so der Autor.
Das Wohl des anderen
im Auge
zu behalten, sich gegenseitig in Pflege zu nehmen, das sind wesentliche
Ansätze für die Beziehung der Individuen untereinander, wenn es um den
gemeinsamen Aufbruch geht. Eine Abhandlung über die „Umkehr“ nach
buddhistischer Lebensphilosophie ist ebenfalls in dem 67 Seiten
umfassenden Überlebens -Konzept enthalten. Natürlich wird
auch der falsch gelebte Freiheitsbegriff untersucht. Dabei sollte man
berücksichtigen, dass Egoismus und Egomanie in einer Bevölkerung
nie ausgeprägter waren als in der Nachkriegsdemokratie seit 1945
(Anmerkung des Verfassers).
Im zweiten Teil
befasst sich
Tashiro mit dem Phänomen der „Hoffnung“. Sie sei mit Lebenssinn
verbunden, mit Lebensaufgabe. Als Beispiel fügt der Autor Details
seiner eigenen Biografie ein und schließt daraus:“ Anstatt uns
dem jeden Menschen einmaligen Lebenssinn zu widmen, lenken wir uns von
ihm ab. Dies nur, damit wir uns unterordnen, funktionieren und nicht
verhungern.“
Reden müssten wir
über Tashiros
Vorstellungen vom kollektiven Handeln (auch Ablehnen,
Verweigern). Das setzt voraus, dass sich Menschen aus innerster
Überzeugung intuitiv in bestimmten Situationen gleich verhalten,
ohne von außen dazu aufgefordert oder angestoßen worden zu sein
(Anmerkung des Verfassers).
Einige Aussagen des
Autors sind
schwer zu lesen (und zu begreifen) z.B. wenn er über die Lebensweise
vieler Menschen spricht, die sich in „Traumbildern“ durch das Leben
bewegen:
„Menschen suchen in
Traumbildern
assoziierter Gedanken ihre jeweilige Gruppe und somit den Ausgleich zum
Ungleichgewicht ihres realen Lebens“.
Also wird hier
u.a. die
Verdrängung einer fehlgeleiteten Identität in Gruppen- bzw.
Cliquenbildung mit gemeinsamem (minimal)Interesse angesprochen.
Diese „Ersatzfamilien“ (Anmerkung des Verfassers) dienen dann dem
Ausgleich oder Aushalten eines gesellschaftlichen Drucks, der auf den
Menschen lastet.
Sehr ausführlich
handelt Tashiro
den „Logos“ ab, von der Entstehung des Wortes über die Schrift/
Vorschriften bis hin zur Rechtssprechung, kurzum, alles was mit Worten
geschieht „von Rechnung bis Logik“
„Dieser Logos hat
die Intuition aus
unserem Zusammenleben entfernt“. Den alten Griechen sei diese
Wegscheide durchaus bewusst gewesen.
Den
Deutschjapaner Jannes
Haito Tashiro als esoterisch angehauchten Sonderling zu
verschreien hieße
ein Fass voller
Weisheiten und Erkenntnisse auszukippen. In Ansätzen vollzieht sich
bereits ein gedanklicher Wandel hin zum Umweltbewusstsein bei einem
Großteil unserer Bürger. Noch müssen materielle Anreize geschaffen
werden, um zum Beispiel eine Fotovoltaik – Anlage auf dem Dach des
Eigenheimes installieren zu lassen. Noch müssen „abgasarme“ PKW
steuerlich begünstigt werden, damit die Kfz Halter einen Modellwechsel
ins Kalkül ziehen. Der Belohnungsgedanke spielt dabei eine nicht
unwesentliche Rolle. Erwünschtes Verhalten wird vom Gesetzgeber
materiell belohnt. Das kollektive Verhalten der Menschen – wie es sich
der Autor vorstellt – bedarf keiner subjektiven Belohnung, sondern:
wenn Belohnung, dann eine die allen zugute kommt: Freude an
erfolgreichem kollektiven Handeln.
HTR
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Jannes Tashiro: Zeitenwende – Brücke zur Zukunft
Allmende Verlag , 67
Seiten ISBN
978-3-9810499-9-2
Besprechung
von Hartmut T. Reliwette
"Das vorliegende Werk
befasst sich mit
der „Zeitenwende“, einem aus dem Spirituellen begründeten Großereignis,
welches alle bisher praktizierten gesellschaftlichen Modalitäten u.a.
auch praktizierte (materielle) Wertvorstellungen aufhebt und ins
Positive verkehrt.
Wenn man das liest
mutet es an als
beschwörten alle Schamanen dieser Welt die negative Entwicklung der
Menschen und nähmen den Fluch von ihren Schultern, den sie sich
insbesondere seit der Errichtung des industriellen „Fortschritts“
selbst auf ihre Schultern geladen haben.
Von der
Freundschaftsrepublik ist die
Rede, in der künftig das Geld die Macht über die Menschen verliert – in
einer Gesellschaft, in der nicht länger das konkurrierende
(Arbeits)Prinzip die Menschen zu Sklaven des Systems macht. Fröhlich
und lachend werden die Menschen ihrer sinnvollen Tätigkeit nachgehen,
die sie ausfüllt und zufrieden macht.
„Die
Zeitenwende vollendet diese Freiheit als gesellschaftlich proklamierte
Freiheit jedes Einzelnen von der Scheinwelt aus der Vergangenheit“.
Denn die Freiheit alles
kaufen zu
können, sich von der bunten Vielfalt der Industrieprodukte oder der
Unterhaltungsindustrie ablenken zu lassen bewirkt das Gegenteil: macht
abhängig und unfrei, letztlich unkritisch und bindet die Menschen an
den unsäglichen Kreislauf von Produktion und Konsum, von dem letztlich
wieder die Arbeitsplätze abhängen.
Der Autor hat mit
seinen Ausführungen
völlig Recht, auch wenn sich seine komplexe Darstellung vom Ende einer
Leistungsgesellschaft unter dem „Machtprinzip“ hin zu einander
zugewandten Menschen aus der „esoterischen Ecke“ zu kommen scheint,
vermischt mit buddhistischen Weisheiten und einem „gehörigen Schuss“.
Humanismus.
„Wir
sind so gesehen heute Sklaven
der Vergangenheit, während wir nach der Zeitenwende Planer und
Gestalter der ökologisch nachhaltigen Gegenwart im Auftrag der Zukunft
sind“.
An anderer Stelle
beschreibt der Autor
die Auflösung des Geldwertes und stellt den Menschen, der zufrieden ist
und ökologisch lebt und arbeitet, als die künftige Währungseinheit dar.
Tashiro setzt dabei auf die Intuition
der Menschen und auf ihre kreativen Anlagen, die wieder entdeckt werden
wollen.
„Die
autoritäre Gesellschaft hört
auf Politiker und Wissenschaftler! Die antiautoritäre, wirklich
individuelle Gesellschaft hört auf die innere Stimme, die Intuition.
Wenn wir auf unsere innere Stimme horchen, brauchen wir keinen Guru,
keinen Anführer!“
Hier wird ein Leben der
Menschen ohne
Gier und ohne Hintergedanken beschrieben, ein Miteinander ohne
Berechnung, ein Paradies auf Erden, eine Welt, die alles bereithält,
was man zum Leben braucht, wenn man es nur gerecht verteilt.
Denn dann könnten die
Menschen ohne
Druck und ohne Existenzängste miteinander leben.
„Die
Gewissheit des Zeitenwandels
entspricht der Schwingung des Mutes. Insofern sind Mut und die
Zeitenwende identisch, die ein und dieselbe Schwingung“.
Hiermit knüpft der
Autor an die
Identitätsfrage an, an das Ur im Menschen, das unmanipulierte ICH oder
anders herum: das von Manipulationen wieder befreite ICH.
Das allerdings setzt
eine lange,
intensive Auseinandersetzung mit sich selbst voraus. Alle subjektiven
Wichtigkeiten müssen auf den Prüfstand. Das verlangt Selbstdisziplin
und erfordert Selbstbewusstsein. Die Erkenntnis, möglicherweise sein
gesamtes Vorleben als gescheitert zu erkennen, erfordert Aufrichtigkeit
und Liebe zu sich selbst: sich zu verzeihen und den Mut zu haben, einem
neuen unbekannten Pfad zu folgen.
Was Jannes Tashiro in
seinen
Ausführungen aufzeigt, mag utopisch erscheinen. Ein Ansatz für eine
Menschheitstherapie ist es alle Male."
Hartmut.T.Reliwette
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Wandlung der Menschheit
Konsequenzen aus der Klimakatastrophe II - (zur
Leseprobe)
ISBN: 978-3-9810499-7-8

Klimakatastrophe als unsere Chance
(zur
Leseprobe)
Im März 2006 erschien diese Broschüre von
Jannes Tashiro im Zusammenhang mit der Initiative "Dezentrales
Wirtschaftsforum". Es handelt sich von unserem dringend nötig
gewordenen, gemeinsamen Handeln und ist bestellbar über den Buchhandel
oder per
E-mail hier.
ISBN: 978-3-9810499-0-9
Besprechung
von C.C.Kruse zur
Broschüre: "Konsequenzen aus der
Klimakatastrophe"
und zum Buch: "Wandlung der Menschheit"
„Werden wir überleben ?“ fragt Jannes K.
Tashiro zu Beginn seines
Büchleins `Konsequenzen aus der Klimakatastrophe´, und nennt im
nächsten Satz die Verantwortlichen für Selbige, nämlich: „Die auf
Erdöl aufgebaute globalisierte Wirtschaft und unsere
Wegwerfgesellschaft.“
Das
ist nichts Neues, ist hinreichend bekannt, aber es scheint mir, als
hätten manche Zeitgenossen diese Tatsachen erfolgreich verdrängt. Wie
kann es sonst sein, dass von ihnen behauptet wird, eine „Klima-Lüge“
würde verbreitet, ein „CO2-Schwindel“ kursiere, dessen Ziel es sei, den
Steuerzahlern das Geld aus der Tasche zu ziehen, an dem sich letztlich
wieder die bekannten Energiekonzerne bereichern.
Ob
es sich hier nun um Verschwörungstheorie oder Realsatire handelt, sei
dahingestellt, denn als nützlich erweist sich dieses Gelabere nicht,
wenn es darum geht Lösungen zu finden, Alternativen zu entdecken, neue
Wege einzuschlagen, die dabei helfen, die drohende Katastrophe wenn
schon nicht abzuwenden, dann doch weitestgehend zu lindern.
Und
hier kommt uns Tashiro mit seinen auf Papier gebrachten Gedanken zu
Hilfe. „Langsam werden“, rät er dem Leser, „langsamer werden ist der
einzig richtige Weg, während die gesamte Weltwirtschaft immer schneller
und schneller wird … In der Ruhe liegt die Kraft. In dieser Beobachtung
der zeitlosen Ewigkeit liegt die Kraft des Seins, der Evolution, die
Urkraft der Natur, aber auch die in uns.“
In
dem Buch `Wandlung der Menschheit´ verspricht der Autor dem Leser, dass
ihm „etwas geboten (wird), dessen er sich noch nie bewusst gewesen
ist.“ Das macht erstmal neugierig, aber wer sich nicht völlig un-bewusst dieser Lektüre
nähert, findet darin schon einige bekannte Thesen - wem Denker
wie Rudolf Steiner, John E. Boner oder Carlos Castaneda etwas sagen,
der wird bei Tashiros Schriften nun nicht gerade den Eindruck bekommen,
zum ersten Mal einen Sonnenaufgang zu erleben. „Wir müssen unser Denken
von Schadstoffen befreien!“ fordert beispielsweise der Philosoph Boner
in seinem Exkurs ´Flucht in die Zahlen`. Dies hat Tashiro getan, seine
Erkenntnisse in Zusammenhänge gesetzt und niedergeschrieben: „Der
globalisierte Massenkonsum hat es fertig gebracht, innerhalb von 40
Jahren die bisherige Klimastabilität gründlich aus den Angeln zu heben,
und somit die tiefste Krise der Menschheit seit Anbeginn ihrer
Geschichte einzuleiten. Wir stehen somit vor der Alternative, entweder
massiv konsumierend ins Chaos zu stürzen und unterzugehen, oder die
heutige Form der „Globalisierung“ zu beenden und uns zum regional und
nachhaltig wirtschaftenden, aktiven Zusammenleben zu entschließen…“
Falls
ihnen also mal wieder so ein Neunmalkluger über den Weg läuft, der
etwas von den 70 Millionen neuseeländischen Schafen zu berichten weiß,
die ja wegen ihres Methanpupens Schuld seien an der Klimaveränderung,
lächeln sie gütig, und drücken ihm eins von Tashiros Büchlein in die
Hand!
Christian
C. Kruse
www.factory27.de
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Im
Folgenden sind Kommentare zur Broschüre "Konsequenzen aus der
Klimakatastrophe".
Buchbesprechung
von Gesa Bartholomae, Studierendenpastorin Kiel
Alle
reden über
die Klimakatastrophe, d.h. wir wissen alle ganz gut Bescheid. Auch die
Möglichkeiten, wie wir das Schlimmste abwenden
könnten, sind allgemein
bekannt.
Aber
warum tun wir es
eigentlich nicht? Was hält uns davon ab, jetzt wirklich einen
konsequenten Kurswechsel zu vollziehen?
Diese
Frage stellt sich
Jannes Tashiro in seiner Broschüre „Konsequenzen aus der
Klimakatastrophe“.
Er
untersucht darin die
gesellschaftlichen Strukturen, in denen wir leben und auch die
psychischen Mechanismen, nach denen wir handeln. Und er fordert in
überzeugenden Weise zu einem radikalen Umdenken auf. Er stellt das
Wirtschaftswachstum in Frage und unser ständiges Streben nach mehr
Wohlstand. Andere Werte müssen wieder wichtiger werden, damit die Welt
noch gerettet werden kann. Und das ist Angstfreiheit, Kreativität,
Freude, echte Freundlichkeit, Menschlichkeit usw.
Oft
humorvoll, aber nie
den Ernst der Lage verkennend, stellt er sein Konzept von einer neuen
Gesellschaft und einem neuen Menschen vor. Dabei fließen christliches
und buddhistisches Gedankengut in erfrischender Weise ineinander.
Wenn
genügend Menschen
sich seine Ermahnungen und Vorschläge zu Herzen nehmen, könnte es „eine
Strömung der Veränderung ungeahnten Ausmaßes“ geben.. Die Broschüre ist
deshalb jedem zum Lesen empfohlen, den die Sorge um das Fortbestehen
unserer Welt umtreibt.
Denn
„der Traum ist
schon auf unserer Seite, deshalb ist Verzweiflung nicht mehr notwendig“.
Im Folgenden sind
Kommentare zur Broschüre "Klimakatastrophe
als unsere Chance"
Besprechung zu
"Klimakatastrophe als unsere Chance" von Kristina Radke
Jannes Tashiro liefert
mit dieser Broschüre einen Ansatz zur
Systemveränderung,
indem er die wirklichen Probleme unserer Zeit nicht
nur
erkennt, sondern als
einer der Wenigsten auch Lösungsansätze
hervorbringt.
Unsereiner jammert doch
immer nur, wie schlecht es ihm ergeht. Zu wenig
Geld, zu wenig Urlaub,
zu teures Erdöl. Doch wer von uns hat sich schon
einmal gefragt, wie man
diese Unzufriedenheiten wirklich lösen kann?
Aber es
hilft wenig, diesen
Mangel einmal zu beheben, damit wir kurzfristig
zufrieden gestellt sind
(und wer sagt dann, dass wir dann aufgehört
haben zu
klagen?)
Die Probleme unserer
Zeit liegen viel tiefgründiger. Um sie anzugehen,
müssen wir ganz neu
umdenken. Das System unserer Generationen von
hinten
aufrollen. Doch wer
vermag dieses Machtwerk, diese Struktur zu kippen?
Zu
groß scheint diese
Hürde zu sein. Aber wenn wir wirklich etwas ändern
wollen, dann müssen wir
anfangen zu handeln. Jannes hat hiermit
einen
ersten wichtigen
Schritt gemacht. Wer geht hinterher?
Besprechung
von Christian C. Kruse
Jannes K. Tashiro ist Japaner, und lebt seit über 30 Jahren
in Deutschland. In den
80er – Jahren war Tashiro als Umwelt-Journalist
tätig, schrieb für deutsche und
japanische Zeitungen, stellte so eine
Brücke zwischen den Kulturen dar.
Er
erlebte die damalige Aufbruchstimmung, die Gründung der Grünen-Partei,
schrieb gemeinsam mit seiner deutschen Frau ein Buch über Hiroshima –
Menschen nach dem Atomkrieg, erschienen bei dtv. Durch die
Wiedervereinigung und die Globalisierung ließ das allgemeine Interesse
an Öko-Themen nach, und so pausierte Jannes Tashiro mit der
journalistischen Arbeit, bis vor kurzem.
Im Allmende-Eigenverlag veröffentlicht er den Essay „Klimakatastrophe
als unsere Chance“. In diesem 60 Seiten umfassenden Werk behandelt Herr
Tashiro Themen wie die Zusammenhänge des Kapitalmarktes und die davon
ausgehenden Gefahren. Allein dieses Thema böte Stoff für ein mehrere
hundert Seiten starkes Buch – wäre es von einem in der westlichen
Kultur aufgewachsenen Autoren geschrieben worden.
Jannes Tashiro aber ist bewusst Japaner geblieben, aufgewachsen in
einer weitgehend nonverbalen, auf Zeichensprache konzentrierten Kultur.
Und ein
Zeichen will er mit diesem Büchlein setzen, aufrütteln, zum Umdenken
auffordern. Als Lesender muß man allerdings dazu bereit sein, tiefer in
die Materie eindringen, sich weiter mit den Themen beschäftigen zu
wollen. Denn der Autor reisst nur an, respektive verdichtet sein Wissen
gewissermaßen zu kurzen, nur wenige Sätze umfassende Kapitel.
Auszug:
„Krebs als Wirtschaftswachstum. Wir stellen uns gerne unter `Wachstum´
etwas Positives und Optimistisches vor. In der Natur gibt es aber kein
ewiges Wachstum. Es führt zur Zerstörung des Nährbodens, des Wirttieres
oder der Wirtpflanze, somit auch zum Tod des Lebe-wesens. Die
Klimakatastrophe ist ein eindeutiges Zeichen, dass es mit dieser Form
des unendlichen Wachstums nicht weitergeht. Und die Kriegsgefahr wächst
ständig mit diesem unendlichen Wachstum, das die Zerstörung des Krieges
herbeiführen muss. Die Wirtschaft ist die Sprache der Fakten, der
eigentliche Grund der beiden Weltkriege.
Das
Wirtschaftswachstum unter dem Zinsdruck ist ein Krebsgeschwür, das
früher oder später unser Leben selbst kostet. Die Fragen der nächsten
Generationen lauten daher: „Warum habt ihr nichts gegen das `Wachstum´
unternommen?“ „Wusstet Ihr nicht, was `Wachstum´ bedeutet?“ „Habt Ihr
das nicht kommen sehen?“ „Warum war das `Wachstum´ für Euch so
heilig?!“ – Wir stellen uns diese Fragen schon jetzt, damit uns die
nächsten Generationen sie nicht erst nach den endgültig eingetretenen
Katastrophen stellen müssen.“
Dies ist auch einer der Gründe, weshalb Jannes Tashiro seine Bücher
schreibt. Er habe zwei Kinder, sagt er in einem Gespräch, und er habe
keine Lust, sich später beschimpfen zu lassen, wegen der
Klimaverantwortung, und daher gebe er sich Mühe...
Christian C. Kruse
(01.03.2007)
Aus:
www.Alternative-art.de
unter Rezensionen
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Rezension
von Ulrich Jochimsen
Der
Autor Jannes
Tashiro ist ein Japaner, der über 30 Jahre in Deutschland lebt. Sein
Buch „Klimakatastrophe als unsere Chance“ fasst die augenblickliche
Umweltdiskussion zusammen. Doch geht das Buch über unseren Kulturkreis
hinaus. Und das macht es wertvoll! Während die meisten Bücher sich
einem Spezialgebiet zuwenden, versucht der Autor ausgehend vom
Christentum, wo das Leben immer ein Jammertal ist, den Buddismus in
seine Überlegungen einzubeziehen. Der Buddismus schaut nach vorn, nicht
zurück, gewinnt aus den kleinen Beobachtungen einen Lebenswert, und
trennt nicht Natur von Kultur, alles ist miteinander verbunden. In
einer zunehmend globalisierten Welt ein wichtiges Buch.
Ulrich
Jochimsen, Vorstand der
Grundtvig-Stiftung, für bürgerbewegte politische Bildung, Potsdam
Kommentar
von Hartmut Reliwette
sooo, nun habe ich alles gelesen - ganz
in Ruhe! Es sind tatsächlich ganz viele Denkstrukturen- und
Erkenntnisse zum Ausdruck gekommen, die sehr viel Übereinstimmung haben
mit Beuys` und auch meinen.
Du nennst es "virtuelle Begehrlichkeiten,
Bedürfnisse", denen die Menschen nachjagen, um Erfüllung im Leben zu
finden. Es fallen ja so unendlich viele psychologisch -
soziologisch begründbare Faktoren in den Gesamtkomplex irdischer
Sehnsüchte innerhalb des materialistischen Weltbildes.
"Habitus" als gesellschaftliche Anerkennung und
Bestätigung - als "sozialer Stand", materielles Konsumieren als
Verdrängungsmechanismus und/oder als Glückseligkeit des Spieles - auch
im Sinne von "sammeln". Auch Verdrängen! Unterhalten werden als
Ersatz für eigene Krativität - sich leben lassen anstelle von "selber
leben". Wenn man noch weiter geht und auf das Angebot der
Medienindustrie zu sprechen kommt: Sich fertige Bilder liefern lassen,
anstatt sich mit Hilfe der Phantasie eigene Bilder vorzustellen. Auch
das ist eine Form des Konsumierens. In den meisten Filmwerken
unserer Tage werden literarische Inhalte durch spektakuläre
visuelle Reize ersetzt - günstigenfalls unverhältnismäßig
miteinander verbunden: die Anteile der visuellen
Effekte erdrosseln den literarischen Anteil.
Gruppendruck und Nachahmeffekte - vor allem bei
Kindern und Jugendlichen - werden von der Werteindustrie gezielt
eingesetzt, um das jeweilige "Ideenprodukt" zu vermarkten. Das kriegen
die auch gut hin, weil sie auf ein überaus "gut" geschultes
Marketingmanagement zurückgreifen können und über genügend Geldmittel
verfügen, um eine entsprechende Werbekampagne durchzuziehen. Also
werden Anreize zum Kaufverhalten in die zumeist unkritischen
Köpfe der Zielgruppe impliziert. Dieses Verhalten der Werbedämagogen
gilt in der westlichen Gesellschaft durchaus nicht als "unschicklich"
oder "unmoralisch". Im Gegenteil: "Gute Geschäftsideen" verdienen
hierzulande höchstes Lob und Anerkennung! Möglicherweise würde auf so
manche "Geschäftsidee" in anderen Kulturen hin schwerste
Bestrafung drohen. Diese Kulturen werden dann ironischerweise als
"rückständig" bezeichnet. An dieser Stelle ist natürlich die Definition
des Freiheitsbegriffes zu diskutieren. Ist "frei" was "unfrei" macht,
was Süchte provoziert; etwas, was Menschen in die Abhängigkeit treibt,
in den Wahn, in die Selbstaufgabe? Ist es ein Verbrechen, wenn Menschen
sich dieser Einflussnahme entziehen wollen? Sicher, als Gegenpol werden
Ideologien bemüht, oft religiöse, die bestimmte Lebens - und
Verhaltensformen vorgeben und an die Stelle eigener Erkenntnisse
gesetzt. Die Menschheit ist keine Menschheit voller Philosophen
und Individualdenker - den allermeisten fehlen die Voraussetzungen zum
freien Denken! Den meisten Menschen fehlt es an Freude zum
individuellen Erkennen der Schöpfung , am Sinn ihres Lebens. An diese
Stelle bringen die Staatsführungen Ismen, Dogmen und allerlei
Mechanismen ein , die eine gemeinsame Zielvorstellung vorgeben, an der
sich der einzelne Mensch zu orientieren hat. Und genau an dieser
Stelle muss angesetzt werden: Das Hinführen zur Kreativität - zum
Denken, Erkennen und Beurteilen von Situationen (auf Vernunft und
Unvernunft hin), auf das Sinnvolle hin und das Überflüssige. Wer dem
"Prinzip der Schöpfung" zuwider handelt, muss mit fürchterlichen
Konsequenzen rechnen, denn die "Gesetze der Schöpfung" ordnen sich
nicht den Machenschaften der Menschen unter, das ist die
Grunderkenntnis, von der ein frei denkender, erfindender Mensch
ausgehen kann, ob er nun an einen "personifizierten" Gott glaubt oder
nicht. Also betrachte man die Schöpfung als ein gigantisches Kunstwerk,
ohne den Urheber zu personifizieren (mach Dir kein Bild von Gott,
altes Testament) und versuche, mit Deinen Mitteln gemäß dieses
Kunstwerkes zu leben, ohne es zu zerstören, sei selber ein (Mini)
Künstler (Joseph Beuys - der erweiterte Kunstbegriff). Dein Leben ist
ein zu Gestaltendes!
Herzliche Grüße , lieber Jannes!
Dein Hartmut T.R.
|
"Bedienungsanleitung für
den Menschen"
von Jannes Tashiro
Ca. 40
Seiten, A5, Allmende-Verlag
Die "Bedienungsanleitung
für
den Menschen" von Jannes Tashiro
rezensiert
von C.C.Kruse
Das Rad
erfindet Tashiro nicht neu in seiner ich nenne es mal Streitschrift,
wenn er Globalisierung, Konsumgesellschaft und Zinswirtschaft als
Haupt-verantwortliche für die voranschreitende Klimaveränderung nennt.
Aber er
macht interessante Kausalitäten sichtbar, bringt neue Zusammen-hänge
ins Spiel; dies, wie auch in dem vorausgehenden Werk „Klima-katastrophe
als unsere Chance“, sehr komprimiert und auf den Punkt gebracht. Hayato
K. Tashiro ist eben kein Samuel P. Huntington, der sich auf 500 Seiten
auswälzen muss, um letztlich doch nur ein X für ein U zu verkaufen.
So
schreibt er zum Beispiel, einer der Gründe unserer selbstgemachten
Katastrophe ist, dass wir Menschen immer noch von unserem Zwischenhirn
beeinflusst werden. Dort sitzt unsere evolutionäre Geschichte, und eben
auch unser Jagdinstinkt gespeichert, nach dem der Mensch immer noch
seine Handlungen ausrichtet. Trotz aller high-tech sind wir auf dieser
Entwicklungsstufe hängengeblieben, und das ist ein Problem. So sind wir
heute Jäger des Geldes und allem, was damit in Zusammenhang steht:
Konsumartikel, Aktien… Damit gaukelt der Mensch sich selbst Sicherheit
vor: mit einem vollen Bankkonto, dem vollen Kühlschrank; und merkt
nicht, dass er selber zum Gejagten wird, zum Sklaven – zum Sklaven des
Geldes…
Besteht
also für den Menschen keine Hoffnung mehr? Doch, sagt Tashiro, und
macht Mut: Wir befinden uns in einer Zeit des Wandels; die Zeit der
Lügen ist vorbei, der Mensch beginnt, selbständig zu denken, die
Zusammenhänge des Lebens zu begreifen.
Wer nun
auf diesem Weg der Veränderung Begleitung, Anregung benötigt, der
findet diese in Tashiros „Gebrauchsanweisung“:
„Somit
ist es klar, in welche Richtung der wirtschaftliche Umbau gehen muss!
Die Arbeitenden bestimmen selbst, angesichts dessen, was produziert
werden muss, wie sie arbeiten, wie sie sich (wir uns) dabei fühlen
wollen, ihre (unsere) gesellige Freude und Neugierde vertiefen. Unser
produktives Interesse, und nicht der materielle Konsum, steht im
Vordergrund. Hierarchie schaffen wir ab. Die natürliche Autorität
werden wir akzeptieren, die Kenntnisse und die menschliche Reife. Zwang
der Hierarchie, Macht der Willkür und Privilegien für wenige werden
bald vorbei sein. Die Richtung des wirtschaftlichen Umbaus ist klar.
Wir orientieren uns an unseren persönlichen Interessen. Wenn die
Neugier stärker wird als die gewohnte Freude der Geselligkeit, ziehen
wir weiter zur neuen Umgebung.
Arbeitslosigkeit
wird es nie wieder geben. „Nicht gebraucht zu werden“ ist eine schwere,
grundlegende Beleidigung unserer Natur, die in Geselligkeit gerne mit
Spass arbeiten will.“
Ein
Märchen? Sicherlich. Aber im Sinne einer Vision. Und Visionäre brauchen
wir in Zeiten wie diesen – damit wir nicht den falschen Propheten
hinterherlaufen.
Wandlung
der Menschheit- Konsequenzen aus der Klimakatastrophe II
"Wandlung der
Menschheit"
120 Seiten
13.-€
ISBN: 978-3-9810499-7-8
kommentiert
von Hartmut
Reliwette
Lieber Jannes,
ich habe sehr
lange in
Deinem Buch gelesen, immer ein Stück vor dem Schlafengehen. Es ist eine
alte Erfahrung von mir, dass sich so auf diese Weise Inhalte sehr tief
einprägen und ich mir gar keine Notizen zu machen brauche. Nun habe ich
aus dem Kopf eine kleine Rezension dazu geschrieben. Deinen Optimismus
kann ich leider nicht teilen. Diese Menschheit ist dermaßen versaut
worden, dass sie sich aus eigener Kraft nicht mehr aus dem
Gesamtkomplex lösen kann. Andererseits stimme ich Dir aber auch zu,
dass wir nichts unversucht lassen dürfen, immer wieder mit einer
stoischen Beharrlichkeit auf den Wahnsinn hinzuweisen, der schon
groteske Formen angenommen hat. Das ist dermaßen bescheuert und
komplex, dass man eigentlich schon darüber lachen müsste, wenn die
Folgen nicht so dramatisch wären, die mit diesem Wahnsinn einhergehen.
Andererseits habe ich auch die Lösung darunter geschrieben. Die
Erde/Schöpfung ist viel stärker als die Menschen. Sie wird überleben -
ob mit uns Menschen oder ohne uns.
Ich drücke Dich sehr
herzlich!
Dein Freund Hartmut
Jannes
Tashiro: - Wandlung der Menschheit – Konsequenzen aus der
Klimakatastrophe II
Als viertes Buch der
Klimaserie des Allmende Verlages ist nun vorliegender Band erschienen,
in welchem der Autor mit prophetischer Gelassenheit den Wandel der
Menschheit beschreibt: weg vom „erst mir – dann dir“, hin zum „erst dir
– dann mir“. Für den Autor ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die
Menschen nach und nach ihre Scheinrollen aufgeben und zur Fröhlichkeit
des Handelns gelangen. Für Tashiro spielt hierbei die
verdrängte„Intuition“ im Menschen eine wesentliche Rolle. Der Mensch
könne lernen, zur Intuition zurückzukehren, der Empfindung, in jeder
Situation angemessen zu handeln, ohne das Wesenhafte in sich zu
verbiegen. Dabei sei das „Schauen“ wichtig, eine besondere Gabe, beim
Beobachten der Vorgänge ringsumher quasi aus einer distanzierten
Betrachtungsweise eine gewisse neutrale, objektive Bewertung zu
ermöglichen, sich dabei von gesellschaftlichen Konventionen zu lösen,
die ohnehin von Fremdinteressen geprägt wurden.
Wer das Buch aufmerksam liest, der könnte zu dem Schluss kommen, hier
spräche der Dalai Lama freundlich und positiv inmitten einer vom
Irrwitz befallenen Menschheit zu einem persönlichen tibetanischen
Klosterschüler. Der Antrieb des eigenen Handelns und der Arbeit sei
nicht länger auf das Geld auszurichten, sondern auf die Einsicht der
unbedingten Notwendigkeit, was zu einer stressfreien Freiwilligkeit
führe, weil eben getan würde, was getan werden müsse. Das Problem, das
die Menschen heute mit der Ökologie und der Klimakatastrophe habe, sei
auf die Entwicklung einer Fehlidentität der Masse zurückzuführen, die
gewissermaßen falschen Göttern huldige, die ihnen Umweltkatastrophen
bescherten , aber keinen echten Fortschritt. Die Erfindungen des
technologischen Zeitalters haben den Menschen nicht die Arbeit leichter
gemacht, sondern sie in einen Konkurrenzkampf ohnegleichen gestürzt.
Anstatt die zum Leben erforderlichen Güter in der Nähe der Menschen
herzustellen, werden sie heute durch die ganze Welt kutschiert, bis sie
endliche den Abnehmer fänden, für den sie produziert wurden. Die
Globalisierung sei eben ein durch das System entstandenes selbst
gemachtes Problem, weil eben die Gewinnoptimierung dabei im Vordergrund
stehe und nicht das Abdecken von Grundbedürfnissen der Menschen. Die
Menschen - so der Autor – können keine echte Freude an der Arbeit
empfinden, weil sie ausschließlich im Gelderwerb definiert sei und
nicht in einem freiwilligen Gestaltungswillen, der in ein
Erfolgserlebnis mündet. Was der Autor auf 127
Seiten ( dem Rezensenten lag die Null-Ausgabe vor) an Erkenntnissen
zusammengetragen hat, ist beachtenswert. Seine Einschätzung, dass sich
die Menschen mehrheitlich aufgrund ihrer Erkenntnisse in die richtige
Richtung bewegen, werden nicht all zu viele Leser mit ihm teilen.. Aber
auch wenn sich der überwiegende Anteil der Menschen Tashiros Argumenten
verschließen wird, naht Rettung für den Planeten Erde. Er wird sich des
überwiegenden Anteiles an Menschen entledigen und dann scheint für den
überlebenden Rest wieder Handarbeit angesagt.
Hartmut T. Reliwette
ZEITENWENDE
– konkret –
Allmende
Verlag, August
2009
Ringheftung
DIN A 5, Preis Euro
12.-
ISBN 978-3-9810499-2-3
Im
Allmende Verlag ist jetzt eine 108 Seiten starke Broschüre
erschienen, in der sich der
ehemalige Journalist und Autor mit den Auswirkungen auf das
gesellschaftliche Zusammenleben der Menschen ab der von immer mehr
Menschen thematisierten Zeitenwende befasst. Damit knüpft der Autor
nahtlos an die vorangegangenen Publikationen an: „Umrisse der
Zeitenwende“ und „Perspektiven der Zeitenwende“.
„Die
Weltmenschheitsgeschichte beginnt jetzt“, folgert Tashiro
aus seinem Gesellschaftsbild, einem Staat ohne Börsen und traditionelle
Kapitalwirtschaft, in dem Zinserträge der Banken die Reichen reicher
und die Armen ärmer machen.
Die
Menschen – so Tashiro- sind das Geld selbst. Fröhlich sollen die
Menschen leben, ohne Existenzängste, ohne Psychopharmaka. Ihre
Arbeitsleistungen sollen sie gegenseitig tauschen.
So
entstehe nach dem „Aufbruch“ eine Tauschwährung, die das traditionelle
Geld des Staates ersetze: „Wenn wir uns in unserer inneren Freiheit
selbst entdecken und entfalten, ergänzen wir uns perfekt!“
In der
Auffassung der Menschen vom „wir sind der Staat“ und „wir sind das
Geld“, folgt Tashiro weitgehend den Vorstellungen des Joseph Beuys, der
die Idee vom „organischen Geldkreislauf“ in seinen künstlerischen
Vorstellungen entwickelte. Demnach solle jeder so viel Geld vom Staat
bekommen, wie er für seinen Lebensunterhalt braucht. Beuys These war:
„Alles für die anderen, nichts für einen selbst!“
Im
Kapitel 12 beschreibt der Autor das Zusammenwirken von kreativen
Seelen. Damit kommt er den Vorstellungen Friedrich Schillers nahe, der
den Kunststaat propagierte.
An
anderer Stelle gibt Tashiro zu bedenken, dass er nicht darüber
spekulieren wolle, in welchem Umfang die Menschen künftig noch Leid
erfahren müssen, um vom gelebten „Way Of Life „ abzuweichen (Anmerkung
des Verfassers), der letztendlich zur völligen Ausbeutung der
Erdresourcen und in Klimakatastrophen gipfelt.
Wie sehr
dieser Staat dem „Kapital“ verfallen ist, zeigt der Umstand, dass
Aktien-Spekulationsgeschäfte steuerfrei sind, d.h. dass die
Gewinnspanne zwischen An- und Verkauf von
Wertpapieren steuerfrei gehandelt wird (wenn sie eine gewisse Zeit im
Besitz des Käufers bleiben) während auf Lebensmittel eine
Mehrwertsteuer erhoben wird. Einige Waren werden sogar doppelt
versteuert, wenn sie als Genussmittel eingestuft werden z.B.
Bohnenkaffee (Anmerkung des Verfassers).
Achtundzwanzig
Kapitel hat Tashiro nebst einem Vor- und einem Nachwort drei
Oberbegriffen zugeordnet: Teil 1 – „Wo wir stehen“ , Teil 2 – „Wende“
und Teil 3 „Zukunftsperspektive“.
Der Autor
gibt den Menschen keine Schuld, dass sie in diese Zeit hineingeboren
werden und zunächst völlig kritiklos in der bestehenden Gesellschafts-
und Werteordnung mitmischen. Allerdings müssten alsbald geltende
Wertestrukturen erkannt und hinterfragt werden. Der Aufbruch in eine
fröhliche Gesellschaft ohne Zwänge vollziehe sich von daher praktisch
von selbst, sei gewissermaßen vorprogrammiert, nachdem das alte
Wirtschafts- und Wertesystem gescheitert ist.
Eine
kühne Vorstellung angesichts der bestehenden Konsumidiotie, in welcher
erwartete Begehrlichkeiten einer aus allen Fugen geratenen
Spaßgesellschaft vom konsequenten Nachdenken (und Erforschen)ablenken.
Hartmut
T. Reliwette
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